Wenn Sie in der Metallverarbeitung, im Maschinenbau oder der Konstruktion arbeiten, dann sind Ihnen sicherlich schon zahlreiche Schweißsymbole begegnet. Diese Schweißzeichen sind wichtig, um Konstruktionen eindeutig zu beschreiben, Fertigungsschritte zu planen und die Qualität von Schweißnähten zu überprüfen.
Wir von Laserteileonline bieten das Schweißen von Metall als eine von vielen Leistungen in der Metallbearbeitung an. Deshalb sind wir selbstverständlich auch Experten rund um das Thema Schweißsymbole. Hier gehen wir näher auf die Symbole in technischen Zeichnungen rund ums Schweißen ein und helfen Ihnen dabei, diese richtig zu verstehen. Möchten Sie Ihre Schweißarbeit direkt bei uns in Auftrag geben, dann nutzen Sie dazu ganz einfach unseren Laser- und Kantteile Konfigurator.
Schweißsymbole – das bedeuten die Schweißzeichen

Wichtig zu wissen: Es gibt zwei Systeme für Schweißsymbole
Schweißsymbole sind durch die DIN EN ISO 2553 einheitlich geregelt. Hier sollte es deshalb eigentlich nicht zu Verwechslungen kommen. Dennoch ist Vorsicht geboten, da innerhalb dieser Norm zwei Systeme bestehen: System A und System B.
Ersteres wird traditionell in Deutschland verwendet, letzteres stammt aus den USA und wurde durch die Globalisierung auch hier geläufig. Zulässig sind beide Systeme, jedoch dürfen diese innerhalb einer Zeichnung nicht vermischt werden. Es ist empfehlenswert, beide Systeme für Schweißzeichen zu kennen, um diese korrekt einordnen zu können. Wir beziehen uns hier vor allem auf das hier geläufigere System A.
Der Aufbau von Symbolen auf Schweißzeichnungen
Sehen wir uns nun die Schweißsymbole etwas genauer an. Diese bestehen grundsätzlich aus drei Elementen: der Bezugslinie, der Pfeillinie sowie ergänzenden Symbolen. Die Bezugslinie bildet die Basis des Symbols und repräsentiert in der Regel eine einzelne Schweißnaht. Die Pfeillinie wiederum zeigt von der Bezugslinie auf die Stelle in der Zeichnung, an der die Schweißnaht ausgeführt werden soll. Hier ist auch die Position des Symbols entscheidend. Sie gibt an, ob die Naht auf der Pfeilseite oder der Gegenseite liegt:
- Befindet sich das Symbol an der durchgezogenen Bezugslinie, dann soll die Naht an der Seite angebracht werden, auf die der Pfeil zeigt.
- Befindet sich das Symbol an der gestrichelten Linie, dann soll die Naht an der gegenüberliegenden Seite angebracht werden.
- Stehen die Symbole an beiden Linien, wird die Naht beidseitig ausgeführt.
Nicht zuletzt beschreiben Symbole die Schweißnaht an sich. Sie geben an, welche Art von Naht durchgeführt werden soll. So kann es sich dabei zum Beispiel um ein Symbol für eine Kehlnaht, eine Stumpfnaht oder eine Naht mit besonderer Vorbereitung handeln.
Neben diesen drei Hauptkomponenten können noch weitere Hilfslinien, Bemaßungen der Schweißnaht oder Zusatzzeichen Teil der Schweißsymbole sein. So können die Anforderungen noch präziser festgelegt werden.

Die wichtigsten Symbole für Schweißnähte
Es gibt zahlreiche Schweißverbindungen und damit entsprechend viele Schweißzeichen. Einige der wichtigsten möchten wir uns hier einmal im Detail ansehen. Vieke weiteren Symbole für Schweißnähte finden Sie in der folgenden Tabelle zur Schweißnahtvorbereitung.
Symbol für Kehlnähte
Kehlnähte sind die wohl am häufigsten vorkommenden Schweißverbindungen. Als Symbole in technischen Zeichnungen werden sie als gleichschenkliges Dreieich dargestellt. Die Bemaßung der Schweißnaht wird meist zusätzlich als a-Maß angegeben, a4 steht zum Beispiel für eine Kehlnaht mit 4 mm Nahtdicke.

Symbol Punktschweißen oder Rollnahtschweißen
Bei dieser Art der Schweißnaht handelt es sich um Verbindungen durch einzelne Schweißpunkte oder durch kontinuierliches Rollschweißen mithilfe von als Rollen ausgebildeten Elektroden. Die Symbole für diese Schweißverbindungen werden mit Kreisen (Punktschweißen) oder – systemabhängig – mit Punkten auf Linien (Rollnahtschweißen) dargestellt.

Symbol Stumpfnähte
Bei dieser Art des Schweißens werden zwei Werkstücke in einer Ebene verbunden. Je nach Kantenform variieren die Symbole. So gibt es beispielsweise V-Nähte, X-Nähte oder U-Nähte. Wichtige Angaben auf der Schweißzeichnung umfassen hier auch Informationen zur Nahtvorbereitung, der Wurzelöffnung sowie gegebenenfalls der Durchschweißung.

Tabelle für Schweißnähte – wichtige Schweißzeichen im Überblick
Um die Symbole auf technischen Zeichnungen richtig zu interpretieren, ist eine zuverlässige Übersicht notwendig. Wir haben Ihnen hier eine Tabelle erstellt, die Sie ergänzend zur Schweißnahtvorbereitung nutzen können. Einige wichtige Schweißsymbole sind dort übersichtlich dargestellt. Es handelt sich dabei um jene Symbole, die oberhalb oder unterhalb auf die Bezugslinie aufgebracht werden, um die Art der Schweißverbindung zu kennzeichnen.

Zusätzliche Schweißsymbole für besondere Anforderungen
Neben diesen grundsätzlichen Kennzeichnungen existieren noch weitere Symbole sowie Informationen, die verwendet werden, um bestimmte Anforderungen zu kennzeichnen. Hierzu gehören unter anderem die folgenden:
- Die Kennzahl des Schweißverfahrens nach DIN EN ISO 4063
- Die Arbeitsposition nach DIN EN ISO 6947
- Die Bewertungsgruppe nach DIN EN ISO 5817
- Der zu verwendende Zusatzwerkstoff
- Die Schweißnahtlänge und die Abmessungen der Schweißkanten
- Ob die Schweißnaht konvex, konkav oder flach ausgeführt werden soll
- Ist eine Ringsum-Naht beabsichtigt, dann wird diese durch einen Ring an der Stelle eingezeichnet, an der sich die Bezugslinie und die Pfeillinie treffen.
- Am Kontaktpunkt der Bezugslinie und der Pfeillinie kann zudem ein Fähnchen symbolisieren, dass eine Baustellennaht angebracht werden soll – also dass die Naht erst vor Ort geschweißt werden soll.
- Weitere ergänzende Angaben
Schweißnahtdicke: Die Bemaßung der Schweißnaht
Neben den Schweißnahtbezeichnungen spielt auch die Schweißnahtdicke eine wichtige Rolle in technischen Zeichnungen. Diese lässt sich ebenfalls an den technischen Zeichnungen der Schweißnaht ablesen. Sie finden diese Angabe vor dem Schweißzeichen – angegeben wird entsprechend entweder die Schenkellänge der Naht oder die Nahtdicke.
Das Symbol für die Nahtdicke der Kehlnaht ist beispielsweise ein „a“, das für die Schenkellänge ein „z“. Dahinter steht die jeweilige Bemessung in mm. Beispiel: „a5“ steht für eine Nahtdicke von 5 mm, „z7“ für eine Schenkellänge von 7 mm. Nicht immer handelt es sich um eine zusammenhängende Naht. Deshalb werden neben der Schweißnahtdicke auch die Anzahl und Länge der Nahtelementstücke dargestellt. Auch wenn ein nahtfreier Abschnitt benötigt wird, muss das entsprechend gekennzeichnet werden.
Achtung: Für andere Schweißnähte gibt es andere Bezeichnungen für die Bemaßung.
Achtung: So werden Schweißzeichen oft falsch gelesen
Die Bezeichnungen von Schweißnähten sind für erfahrene Schweißer Alltag. Jedoch kann es besonders bei Anfängern zu Problemen kommen. Es gibt einige typische Fehler, die häufig vorkommen. Diese haben wir für Sie hier zusammengefasst, damit Sie sie bei Ihrer Schweißarbeit vermeiden können:
- Die Verwechslung der Pfeil- und Gegenseite: Besonders häufig kommt es vor, dass die Naht auf der falschen Seite ausgeführt wird. Auch weil die Systeme A und B hier nicht einheitlich funktionieren, kann es schnell zu Fehlern kommen.
- Falsches System: Wer nicht mit beiden Systemen vertraut ist, kann heute schnell einen Fehler machen. Denn nach DIN EN ISO 2553 sind beide Systeme zulässig. Es lohnt sich, vor Beginn noch einmal genau zu prüfen und sich bei Unsicherheiten abzusichern. Hin und wieder werden sogar veraltete Schweißsymbole genutzt, was zusätzlich zu Verwirrung führen kann.
- Überladene Schweißzeichnungen: Die Zeichnungen von Schweißkonstruktionen können oftmals mit Informationen überladen sein. So kommt es schnell vor, dass ein Symbol oder ein Hinweis übersehen wird. Nehmen Sie sich Zeit, um die Schweißnaht in der technischen Zeichnung genau unter die Lupe zu nehmen.
Wir übernehmen Schweißarbeiten für Sie
Schweißsymbole sind ein komplexes Thema, aber für Profis eine Grundvoraussetzung für die Fertigung von Metallteilen. Wir von Laserteileonline kennen uns selbstverständlich bestens in diesem Bereich aus – schließlich fertigen wir tagtäglich Metallwerkstücke und Bleche nach Maß, die wir ganz nach Wunsch schweißen und weiter bearbeiten. Möchten auch Sie auf unser breites Leistungsspektrum in der Metallbearbeitung zurückgreifen, freuen wir uns auf Ihren Auftrag.
Zukommen lassen können Sie uns Ihre Anforderungen direkt über unseren Online Kant- und Laserteile Konfigurator. Sie erhalten direkt im Anschluss ein individuelles und unverbindliches Angebot. Nach der Annahme beginnen wir mit der Herstellung Ihrer Metallteile. Auch Einzelstücke stellen wir gerne für Sie her – so können Sie auch als Privatperson oder für die Herstellung von Prototypen unsere Leistungen in Anspruch nehmen! Bei Beratungsbedarf dürfen Sie uns gerne eine individuelle Laserteile Anfrage senden.
Häufig gestellte Fragen zu Schweißsymbolen
Sie interessieren sich für technische Zeichnungen, Schweißsymbole und alles darum herum? Dann finden Sie in unserem FAQ noch mehr wichtige Informationen rund um das Thema:
Beim Schweißen gibt es zahlreiche Abkürzungen. So steht zum Beispiel PA für das waagerechte Schweißen von Kehl- und Stumpfnähten, PB für das horizontale Schweißen von Kehlnähten, PC für die Querposition und PE für das Überkopfschweißen. Darüber hinaus existieren noch weitere Abkürzungen für bestimmte Durchführungen von Schweißnähten.
Das a-Maß ist beim Schweißen das geometrische Maß der Kehlnaht. Es gibt die Höhe des gleichschenkligen Dreiecks dieser Naht an und somit deren Nahtdicke. Es kann in den Nahtquerschnitt eingezeichnet werden.
Eine Schweißnaht kann auf einer technischen Zeichnung viele Komponenten umfassen. Grundsätzlich besteht sie aber aus der Bezugs- sowie der Pfeillinie und dem Nahtsymbol. Hinzu kommen Maßangaben und Zusatzsymbole, die weitere Informationen liefern.
